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LVR-Kulturzentrum
Abtei Brauweiler

Geschichte der Abtei Brauweiler im Überblick

Von der Gründung bis ins 20. Jahrhundert

Der Weg von der Gründung des Klosters Brauweiler bis zur heutigen Nutzung als LVR-Kulturzentrum war weit.

Benediktinerabtei (1024 bis 1802)

Im Jahr 1024 gründeten der lothringische Pfalzgraf Ezzo und seine Frau Mathilde, Tochter Kaiser Ottos II. und der Byzantinerin Theophanu, neben ihrem Besitz in Brauweiler ein Benediktinerkloster. Das Kloster entwickelte sich unter dem Einfluss des Reformklosters Stablo in Belgien.
Richeza, die Tochter des Gründerpaares und Witwe des polnischen Königs Mieszko II., stiftete 1048 den Neubau der Kirche. Der Grundriss der Krypta folgte dem Vorbild von Stablo.
Gegen 1135 ließ der damalige Abt Aemilius einen Neubau der Gesamtanlage beginnen, der erst im 13. Jahrhundert abgeschlossen wurde.
1547 erhielt die Abtei durch Kaiser Karl V. das Recht zur Führung eines Wappens und den Titel "Reichsabtei".
1780 bis 1785 ließ der letzte Abt, Anselmus Aldenhoven, die Prälaturgebäude erbauen und beauftragte damit den Architekten Nikolaus Lauxen aus der Erzdiözese Trier.

Die Arbeitsanstalt Brauweiler (1809/1815 bis 1967)

1802 wurden auf Erlass des französischen Staates alle Klosterbesitzungen verstaatlicht. Auch in Brauweiler wurde das Kloster aufgelöst und die Mönche vertrieben. Nur wenige Jahre später wurde in den vorhandenen Gebäuden eine sogenannte „Bettleranstalt“ (1809 bis 1815) eingerichtet. Aus ihr ging in preußischer Zeit (ab 1815) die Arbeitsanstalt Brauweiler hervor, die bis 1967 bestehen blieb.

1933 bis 1945

Während des Nationalsozialismus dienten einzelne Gebäude auf dem Gelände der Arbeitsanstalt als frühes Konzentrationslager ("Schutzhaftlager", 1933/34) und Gestapogefängnis. Zahlreiche Inhaftierte wurden Opfer des Terrorregimes. An sie erinnert heute die Gedenkstätte Brauweiler im Keller des ehemaligen „Frauenhauses“, die in einer Dauerausstellung zugleich die Geschehnisse der Jahre 1933 bis 1945 in der Arbeitsanstalt Brauweiler dokumentiert.

Nach 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1949/50 wurde die Arbeitsanstalt zunächst als Lager für sog. Displaced Persons genutzt, in dem DPs des Kölner Raumes untergebracht wurden. Im Mai 1950 nahm die Arbeitsanstalt ihre Tätigkeit wieder auf.

Landeskrankenhaus für Psychiatrie

Nach Schließung der Arbeitsanstalt Brauweiler wurden die Gebäude von 1969 bis 1978 als Landeskrankenhaus für Psychiatrie genutzt. Dieses wurde nach mehreren Todesfällen von Patienten, Skandalen und massiven Protesten gegen die Zustände im Krankenhaus geschlossen.

Auf dem Weg zum Kulturzentrum

Bereits 1977 beschloss der Landschaftsverband Rheinland, die Gebäude zu sanieren und zu restaurieren und künftig einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Seit Mitte der 1980er Jahre haben hier mehrere Kulturdienststellen des LVR ihren Dienstsitz.

Die heutige Nutzung

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